Du willst eine Brille mit Sehstärke, aber eine richtige Sonnenbrille ist dir zu dunkel. Du suchst nach etwas dazwischen: eine leichte Tönung, die nicht aussieht wie Sonnenbrille, aber trotzdem deine Augen entlastet und einen gewissen Style-Faktor bringt. Genau dafür gibt es leicht getönte Brillengläser, oft auch als „Kategorie 1" oder „Cat 1" bezeichnet.
Die meisten kennen leicht getönte Gläser von ikonischen Looks wie Mick Jagger in den Siebzigern, Tom Ford auf der Pariser Fashion Week oder von zeitgenössischen Editorial-Shots. Was viele aber nicht wissen: Eine leichte Tönung hat auch funktionalen Mehrwert, gerade wenn du sie in Kombination mit deiner Sehstärke trägst. In diesem Ratgeber erfährst du, was leicht getönte Brillengläser sind, wann sie sinnvoll sind und wo ihre Grenzen liegen.
Kurz erklärt: Leicht getönte Brillengläser mit Sehstärke entsprechen der Blendschutz-Kategorie 1 nach DIN EN ISO 12312-1 und lassen zwischen 43 und 80 Prozent des sichtbaren Lichts durch. Sie sind nicht dunkel genug für eine Sonnenbrille, aber dunkel genug, um leichte Blendung zu reduzieren. Ideal für Innenräume mit starkem Kunstlicht, bewölkte Tage, leichte Lichtempfindlichkeit und modische Akzente. Im Straßenverkehr erlaubt, allerdings nicht ausreichend für direkte Sonneneinstrahlung am Strand oder im Hochgebirge. Bei den photochromen Visiloox-Brillen bekommst du selbsttönende Gläser optional zur Einstärkenbrille im Festpreis von 79 Euro – im Innenraum entsprechen sie genau einer leichten Tönung, draußen wechseln sie automatisch in den Sonnenbrillen-Modus.
Was sind leicht getönte Brillengläser?
Leicht getönte Brillengläser haben eine sanfte Färbung, die das Licht reduziert, aber nicht blockiert. Du erkennst sie daran, dass die Augen des Trägers durch das Glas noch klar sichtbar sind. Sie sind das genaue Gegenstück zur klassischen Sonnenbrille: nicht für den Strand gemacht, sondern für alles dazwischen.
Offiziell sind getönte Brillengläser in fünf Blendschutz-Kategorien eingeteilt, die in der europäischen Norm DIN EN ISO 12312-1 festgelegt sind:
| Kategorie | Lichtdurchlässigkeit | Optik | Typischer Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| 0 | 80 bis 100 % | Fast klar, kaum sichtbare Tönung | Mode, Innenraum |
| 1 | 43 bis 80 % | Leichte Tönung, Augen klar erkennbar | Bewölkter Tag, künstliches Licht, modisch |
| 2 | 18 bis 43 % | Mittlere Tönung | Normaler Sommertag, Stadt |
| 3 | 8 bis 18 % | Dunkle Tönung | Strand, Wasser, südliche Sonne |
| 4 | 3 bis 8 % | Sehr dunkle Tönung | Hochgebirge, Gletscher (Achtung: im Straßenverkehr verboten) |
Wenn jemand von „leicht getönten Brillengläsern" spricht, meint er fast immer Kategorie 1. Diese Tönung filtert genug Licht, um Augen zu entlasten, lässt aber noch ausreichend hell durch, dass du sie auch im Innenraum problemlos tragen kannst.
Wann ist eine leichte Tönung wirklich sinnvoll?
Leicht getönte Brillengläser sind keine Notlösung zwischen klarer Brille und Sonnenbrille. Sie haben echte Einsatzbereiche, in denen sie funktionaler sind als beide Alternativen.
Bei leichter Lichtempfindlichkeit
Viele Menschen sind dauerhaft lichtempfindlich, ohne dass eine medizinische Diagnose dahintersteckt. Ein heller Bürotag mit Deckenleuchten und Bildschirmen, der Weg durch eine sonnige Innenstadt im Schatten der Gebäude, ein Café mit großen Fenstern. In all diesen Situationen wäre eine richtige Sonnenbrille zu dunkel, eine klare Brille aber unangenehm. Eine leichte Tönung der Kategorie 1 ist dafür ideal: Sie reduziert die Lichtmenge spürbar, ohne dass die Umgebung im Schatten verschwindet.
Bei bewölktem Himmel und Dämmerung
Diffuses Licht bei bedecktem Himmel ist tückisch. Es wirkt nicht hell, kann aber durch die fehlende Schattenbildung blenden. Eine leichte Tönung in Grau oder Braun reduziert dieses Streulicht, ohne dir die Sicht zu nehmen. Auch in der Dämmerung sind manche leichte Tönungen vorteilhaft, vor allem in Gelb-, Orange- oder Bernsteintönen, weil sie Kontraste verstärken.
Als modischer Akzent
Leicht getönte Brillengläser sind seit Jahrzehnten ein Style-Statement. Von Andy Warhol über Karl Lagerfeld bis hin zu zeitgenössischen Looks: Eine sanfte Tönung wirkt zugleich lässig und intentional. Sie verleiht dem Gesicht Tiefe, ohne die Augen komplett zu verstecken. Wer eine Brille mit Sehstärke ohnehin täglich trägt, kann mit einer leicht getönten Variante einen eleganten Akzent setzen, ohne dass die Brille sofort als Sonnenbrille gelesen wird.
Bei viel Bildschirmarbeit
Eine ganz leichte Tönung, kombiniert mit Blaulichtfilter, kann den Augen bei langen Bildschirmsessions zusätzlichen Komfort geben. Die Reduktion des Umgebungslichts senkt den Kontrast zwischen Bildschirm und Raum, was die Augen weniger schnell ermüden lässt.
Bei Migräne-Anfälligkeit
Viele Menschen mit Migräne sind in der Vorphase eines Anfalls extrem lichtempfindlich. Eine leicht getönte Brille kann hier helfen, das Licht zu dämpfen, ohne dass du komplett ins Dunkle gehen musst. Spezielle FL-41-Tönungen mit rosa Schimmer haben sich für Migräne-Betroffene besonders bewährt. Mehr zur Wirkung verschiedener Tönungsfarben findest du in unserem Hauptartikel zu getönten Brillengläsern mit Sehstärke.
Wann eine leichte Tönung nicht reicht
Genauso wichtig wie die Vorteile sind die Grenzen. Leicht getönte Brillengläser ersetzen in folgenden Situationen keine richtige Sonnenbrille:
Direkte Sonneneinstrahlung im Sommer: Bei strahlendem Sonnenschein, am Wasser, am Strand oder beim Skifahren brauchst du mindestens Kategorie 2, eher 3. Eine leichte Tönung schützt deine Augen nicht vor der vollen Lichtintensität.
Autofahren bei tiefstehender Sonne: Wenn dich die Sonne blendet, hilft eine Cat-1-Tönung nur eingeschränkt. Für längere Autofahrten in der prallen Sonne ist eine echte Sonnenbrille mit Kategorie 2 oder 3 die bessere Wahl.
Hochgebirge und Schnee: Schnee reflektiert bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung. Hier reicht selbst Kategorie 3 oft nicht aus. Im Hochgebirge ist Kategorie 4 empfohlen, die allerdings im Straßenverkehr verboten ist.
Schutz vor UV-Strahlung: Hier kommt der wichtigste Punkt überhaupt: Die Tönungs-Kategorie sagt nichts über den UV-Schutz aus. Eine leicht getönte Brille kann hundertprozentigen UV-Schutz haben, eine dunkle Tönung kann komplett ohne UV-Filter sein. Achte beim Kauf immer auf das CE-Kennzeichen und die Angabe „100 % UV-Schutz" oder „UV400".
Bei den Brillen mit Sehstärke von Visiloox ist der volle UV-Schutz auf allen Gläsern Standard, unabhängig davon, ob du eine klare oder eine selbsttönende Variante wählst.
Welche Farbe ist die richtige für eine leichte Tönung?
Leicht getönte Brillengläser gibt es in praktisch allen Farben, aber nicht jede macht in dieser Kategorie Sinn:
Grau: Der Allrounder. Reduziert die Lichtintensität gleichmäßig, ohne Farben zu verfälschen. Ampeln, Verkehrsschilder und alltägliche Farben bleiben so wie sie sind. Ideal für den Alltag und das Auto.
Braun und Bernstein: Wärmer im Look, leicht kontraststeigernd. Sie machen Schatten plastischer und sind angenehm bei diffusem Licht. Auch beliebt aus modischen Gründen.
Rosa und sanftes Rot: Wirkt beruhigend, kann das Sehen bei künstlichem Licht angenehmer machen. Für Migräne-Anfällige interessant. Modisch eher polarisierend.
Grün: Ähnlich wie Braun mit leichter Kontraststeigerung. Gerade in leichten Tönungen sehr klassisch.
Gelb: Hier wird es spezifisch. Eine leichte Gelbtönung steigert Kontraste deutlich, vor allem bei diffusem Licht und Dämmerung. Für Tagessicht nur eingeschränkt geeignet, weil sie Farben verfälscht.
Blau: Ein modischer Look, funktional aber weniger sinnvoll. Im Straßenverkehr eher problematisch, weil Bremslichter und Ampelfarben verfälscht werden.
Photochrome Gläser: Die elegante Lösung für „leicht getönt nach Bedarf"
Hier kommt der Aspekt, der viele begeistert: Photochrome Gläser sind im Innenraum genau das, was sich Menschen unter „leicht getönt" vorstellen. Im Hellen werden sie dunkler, im Dunklen werden sie wieder klar.
Konkret bedeutet das: Eine moderne photochrome Brille mit Sehstärke startet im Innenraum bei einer Lichtdurchlässigkeit von etwa 85 bis 88 Prozent – also fast komplett klar, mit einem ganz sanften Tönungs-Hauch. Bei UV-Einstrahlung dunkelt sie nach und kann bis auf 12 bis 18 Prozent abdunkeln, was Kategorie 3 entspricht.
Was das praktisch heißt:
- Du sitzt am Schreibtisch: deine Brille ist klar bis sehr leicht getönt
- Du gehst nach draußen bei Sonne: deine Brille wird automatisch zur Sonnenbrille
- Du gehst wieder rein: sie wird wieder klar
Für viele Menschen ist das die ideale Lösung. Statt zwischen einer leicht getönten und einer klaren Brille zu wechseln, hast du eine Brille, die sich automatisch anpasst. Bei Visiloox kannst du diese Photochrom-Option als Upgrade zur klassischen Einstärkenbrille dazubuchen.
Eine Einschränkung: Standardmäßige photochrome Gläser dunkeln im Auto kaum nach, weil moderne Windschutzscheiben den Großteil der UV-Strahlung blockieren. Für Autofahrer, die gezielt eine getönte Brille fürs Auto suchen, ist eine fest getönte Variante besser geeignet als Photochrom. Wie der Bestellprozess für eine Brille mit Sehstärke und photochromen Gläsern bei Visiloox funktioniert, haben wir in unserem Ratgeber Brille online bestellen in 5 MinutenSchritt für Schritt erklärt.
Sind leicht getönte Brillengläser im Straßenverkehr erlaubt?
Ja. Die Blendschutz-Kategorien 0, 1, 2 und 3 sind im Straßenverkehr erlaubt. Nur Kategorie 4 ist verboten, weil die Tönung so stark ist, dass Bremslichter und Ampelsignale nicht schnell genug erkannt werden können.
Bei leicht getönten Brillengläsern (Cat 1) gilt also: völlig unbedenklich. Du kannst sie problemlos zum Autofahren tragen, und sie verfälschen die Wahrnehmung von Verkehrssignalen nicht, sofern du eine neutrale Farbe wie Grau oder Braun wählst.
Achtung: Bei blauen oder gelben Tönungen, selbst in Kategorie 1, ist Vorsicht geboten. Blaue Tönungen können Bremslichter rötlicher erscheinen lassen, gelbe Tönungen verzerren Farben generell. Für den Straßenverkehr sind Grau, Braun, Grün oder Photochrom die sichersten Wahl.
Leicht getönte Brillengläser mit Sehstärke bei Visiloox
Bei Visiloox haben wir bewusst keinen riesigen Tönungs-Katalog. Stattdessen bieten wir das, was unserer Erfahrung nach für die meisten Brillenträger Sinn ergibt: eine klare Einstärkenbrille zum Festpreis von 79 Euro – mit der Option, selbsttönende Gläser dazuzubuchen.
Was du bekommst:
- Hochwertige Fassung aus Acetat, Titan oder Metall, in-house in Berlin designt
- Premium-Brillengläser mit Brechungsindex ab 1.56, automatisch passend zu deiner Sehstärke
- Entspiegelung, Hartschicht, Lotus-Effekt und 100 % UV-Schutz als Standard
- Optional photochrome Gläser – im Innenraum nahezu klar mit leichtem Tönungshauch, draußen voll abdunkelnd
- 30 Tage Testzeit und 24 Monate Garantie
Wenn du gezielt eine dauerhaft leicht getönte Brille suchst (also keine selbsttönende Variante), ist der direkte Optikerweg oder ein spezialisierter Sonnenbrillen-Anbieter besser geeignet. Unser Fokus liegt auf der Alltagsbrille mit Sehstärke und der photochromen Variante als smarter Hybrid-Lösung.
Jetzt deine Brille mit Sehstärke zum Festpreis bestellen – optional mit selbsttönenden Gläsern.
Häufige Fragen zu leicht getönten Brillengläsern mit Sehstärke
Wie unterscheiden sich leicht getönte Brillengläser von einer normalen Sonnenbrille? Leicht getönte Brillengläser entsprechen Blendschutz-Kategorie 1 (43 bis 80 Prozent Lichtdurchlässigkeit), eine normale Sonnenbrille hat meist Kategorie 2 oder 3 (8 bis 43 Prozent). Praktisch heißt das: Eine leichte Tönung kannst du auch im Innenraum tragen, eine Sonnenbrille nur draußen.
Kann ich meine bestehende Brille nachträglich leicht tönen lassen? Ja, bei Kunststoffgläsern ist eine nachträgliche Tönung im Tauchverfahren grundsätzlich möglich. Allerdings kostet das beim Optiker oft so viel wie eine zusätzliche Brille. Wirtschaftlich sinnvoller ist es meistens, gleich bei der Bestellung eine getönte Variante zu wählen oder photochrome Gläser zu nutzen.
Sind leicht getönte Brillengläser für Kinder geeignet? Grundsätzlich ja, aber Kinder profitieren oft mehr von photochromen Gläsern, weil sie sich häufig zwischen Innenraum und Außenbereich bewegen. Eine fest getönte Brille im Innenraum kann bei Kindern die Lichtmenge zu stark reduzieren.
Was kostet eine Brille mit Sehstärke und leichter Tönung? Beim Optiker liegt eine leichte Tönung als Aufpreis bei etwa 30 bis 80 Euro zusätzlich zum Glaspreis. Bei Visiloox sind photochrome Gläser, die im Innenraum einer leichten Tönung entsprechen, als optionales Upgrade zum 79 Euro Festpreis buchbar.
Reichen leicht getönte Brillengläser für die Bildschirmarbeit? Eine leichte Tönung kann den Komfort verbessern, aber für gezielte Bildschirmarbeit ist ein Blaulichtfilter meist die bessere Wahl. Beides lässt sich kombinieren: klare Gläser mit Blaulichtfilter oder photochrome Gläser mit Blaulichtfilter.
Wie pflege ich leicht getönte oder photochrome Brillengläser? Wie alle Kunststoffgläser: mit einem Mikrofasertuch reinigen, niemals mit Papier oder Stoff trockenwischen, vor Hitze schützen (nicht im Auto liegen lassen). Bei photochromen Gläsern verlängert eine schonende Pflege die Reaktionsfähigkeit über die Jahre.
Welcher Brechungsindex ist bei leicht getönten Brillengläsern sinnvoll? Der Brechungsindex ist unabhängig von der Tönung. Er richtet sich allein nach deiner Sehstärke: Index 1.5 bis 2 Dioptrien, Index 1.6 ab 2 Dioptrien, Index 1.67 ab 4 Dioptrien, Index 1.74 ab 6 Dioptrien. Mehr dazu in unserem Ratgeber Brauche ich dünnere Gläser?
Fazit
Leicht getönte Brillengläser mit Sehstärke sind keine halbe Sonnenbrille, sondern eine eigenständige Kategorie mit klaren Vorteilen. Sie sind ideal für lichtempfindliche Augen im Alltag, für modische Akzente, für diffuses Licht und bei beginnender Migräne. Im Straßenverkehr sind sie erlaubt, ersetzen aber keine richtige Sonnenbrille bei direkter Sonneneinstrahlung.
Wer nicht zwischen klarer Brille und Sonnenbrille wechseln möchte, findet in photochromen Gläsern die smarteste Lösung. Sie sind im Innenraum nahezu klar mit einem sanften Tönungs-Hauch und werden draußen automatisch zur richtigen Sonnenbrille.
Wichtig bei allen Tönungs-Varianten: Achte immer auf 100 Prozent UV-Schutz, unabhängig vom Tönungsgrad. Die Farbe sagt nichts über den Strahlungsschutz aus.
Quellen
- Carl Zeiss: „Sonnenbrille ist nicht gleich Sonnenbrille." https://www.zeiss.de/vision-care/rund-ums-sehen/sport-freizeit/sonnenbrille-ist-nicht-gleich-sonnenbrille.html
- Carl Zeiss: „Im Trend: Farbige Brillengläser." https://www.zeiss.de/vision-care/rund-ums-sehen/lebensstil-mode/im-trend-farbige-brillenglaeser.html
- Kuratorium Gutes Sehen: „Beschichtungen und Veredelungen von Brillengläsern." https://www.sehen.de/brillen/brillenglaeser/beschichtungen-und-veredelungen/
- All About Vision: „Photochrome Gläser: Transitions und andere selbsttönende Brillengläser." https://www.allaboutvision.com/de/brillen/brille/brillenglaeser/photochrome-brillenglaeser/
- Brille24: „Welche Tönung für welche Aktivität." https://www.brille24.de/ratgeber/brillenglas/welche-toenung-fuer-welche-aktivitaet
- DIN EN ISO 12312-1: Augen- und Gesichtsschutz – Sonnenbrillen und ähnliche Augenschutzgeräte (Norm für Filterkategorien 0 bis 4)



